Im Juli 2026 machten wir uns auf den Weg nach São Tomé. Das ist die grössere der beiden Inseln des Staates São Tomé und Príncipe und liegt im Atlantik vor Afrika im Golf von Guinea. Weil das früher eine portugiesische Kolonie war, fliegt man auch heute noch über Lissabon dorthin. Damit wir uns beim Umsteigen nicht hetzen müssen, blieben wir dort erst mal 4 Nächte.
Wir kamen am späten Nachmittag an, liefen ein bisschen rum, schauten von einem Aussichtsplatz auf die Stadt runter und suchten nach einem Restaurant, das nicht voller Fans war, die die 1:0-Niederlage Portugals ausgerechnet gegen Spanien verfolgten.
Wir hatten uns eine „Lisboa Card“ gekauft, mit der man 72 Stunden ÖPNV nutzen darf und zu einigen Museen freien Eintritt oder Ermässigung bekommt. Die nutzten wir, um mit der Tram zur Burg zu fahren und die zu besichtigen. Die Burg ist vor allem wegen ihrer Aussicht sehenswert und wegen der Spazierwege über die Mauern, die Exponate fanden wir nicht weiter beeindruckend. Danach gingen wir zum Hafen (wenig zu sehen, Lissabon macht sich wohl wenig aus Hafen und Uferpromenaden oder so…), durch den touristischsten Teil der Stadt wieder hoch (Lissabon ist ausgesprochen hügelig) zu einem Aufzug. Der war aber ausser Betrieb, weil nach einem Seilbahnunglück im Jahr davor erst mal alle Standseilbahnen und Aufzüge stillgelegt wurden und überprüft wurden.
Danach fuhren wir nach Estrela und sahen uns eine kühle Kirche an und einen kühlen Park.
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
Wir wollten das Hieronymitenkloster (Mosteiro dos Jerónimos) und den Turm von Belém eigentlich zusammen anschauen, bekamen aber keine passenden Termine. Die Eintrittskarten hatten wir zwar schon, weil die bei der Lisboa Card dabei waren, aber wir mussten den Besuchstermin noch online buchen und da gabs nicht so viele für die Bahnfahrer mit diesem Ticket. Wir buchten also in einem schrecklichen Buchungssystem erst nur das Kloster und den Turm für den folgenden Tag.
Vor dem Kloster gingen wir aber noch ins benachbarte Kutschenmuseum, wo 500 Jahre Kutschenbau schön präsentiert wurden. Von Prunkkutschen des 16. Jahrhunderts, bei denen jedes Scharnier mindestens einen Tierkopf haben musste bis zu eher einfachen Postkutschen des 20. Jahrhunderts.
Das Kloster ist gross, hat vor allem einen tollen Kreuzgang im Manuelinischen Stil (späte Gotik, frühe Renaissance mit einem Touch Disney) und daneben eine Kirche mit dem Grab Vasco da Gamas.
Danach gabs Pastel de Nata, die hier erfunden wurden und wir gingen zum Denkmal der Entdeckungen, das wir erst von unten anschauten bevor wir mit dem Aufzug in den 6. Stock fuhren um von oben auf Belém und die Tejomündung runterzusehen.
Abkühlung fanden wir im Botanischen Garten unter exotischen Bäumen, umgeben von massig Pfauen, bevor wir wieder ins Hotel fuhren.
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
|
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
|
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
|
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
|
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
|
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
|
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
Der Turm war erst für den Nachmittag gebucht, deshalb fuhren wir erst zum Pantheon, einem runden Kirchenbau mit Särgen für die Helden der Nation (Entdecker, Dichter, Politiker, Künstler, Fussballer und Sängerinnen). Teilweise sind die Leute dort wirklich begraben, teilweise sind die Särge als Denkmal aufgestellt. Im Pantheon kann man hochsteigen und hat innen eine Galerie über der Halle und aussen eine Terrasse mit Blick über die Stadt.
Wir gingen dann noch zu einer anderen Kirche. Da gingen wir aber nicht rein und setzten uns in die Tram zum Torre de Belém. Das ist ein Turm mit Bastion davor, der die Mündung des Tejo bewacht und halb repräsentativ, halb wehrhaft die Ankömmlinge begrüsst. Der Turm ist im gleichen Stil wie das Kloster nebenan und man kann dort raufgehen und runtersehen. Was wir leider nicht gut sahen, war der Wasserspeier in Form eines Nashorns, die erste plastische Darstellung eines Rhinozeros in Europa. Dafür gabs andere Wasserspeier, zum Beispiel einen Affen mit Geige.
Wir hatten dann genug von alten Bauten und gingen ins Museum für zeitgenössische Kunst, bewunderten Kunst aus wunderlichen Materialien (ein Kleid aus Rinderdarm oder ein Gemälde aus Gummi) und gingen heim.
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
Die Metro in Lissabon hat erst um 6:30 Betriebsbeginn, darum nahmen wir ein Taxi zum Flughafen zum Flieger nach São Tomé. Wir kamen dort bei Einbruch der Nacht an, brachten die Einreise und Geldwechsel schnell hinter uns, bekamen unser Auto, einen Suzuki Jimny und wurden auf die Strasse geschickt. Allerdings nicht weit, unser Hotel war nur ein paar Minuten weg und eigentlich zu gut für nur die erste Nacht. Wir nutzten weder Pool noch Gym, sondern nur kurz das Restaurant.
![]() |
Unser erster Ausflug auf der Insel führte uns nach São Tomé, der Hauptstadt von São Tomé und Príncipe. Wir wussten nicht so recht, wo wir hin sollten und parkten vor dem Justizministerium und liefen durch das vermutlich noblere Viertel der Stadt mit Ämtern, Ministerien, dem Lycée National, dem alten Fort und dem Stadtstrand, auf dem gerade ein Schwimmkurs für Kinder und Jugendliche abgehalten wurde.
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
Danach gings weiter zur Roça Água Izé. Roças waren grosse Plantagen, die Kaffee, Kakao, Ölpalmen oder Zuckerrohr anbauten. Eigentlich eher Dörfer, die ein Gutsherr besass und mit Schule, Krankenhaus, Kirche, Wohngebäuden für Sklaven oder Arbeiter und Fabriken zur Weiterverarbeitung der Produkte ausstattete. Früher waren die sicher prächtig, jedenfalls das Haus des Besitzers und die Verwaltung, heute eher eine Sammlung morbider lost places, die teilweise sogar noch bewohnt waren. Wir fuhren rein ins Dorf, ein Kind fragte uns nach unserer Sprache und kurz danach kam ein englisch sprechender junger Mann an und war unser Führer durch die Roça. Viel erzählen konnte er nicht, aber die Gebäude benennen und mit einem Führer fällt es leichter, in das Krankenhaus reinzugehen, auch wenn man erkennt das dort Leute wohnen. Ausserdem bekamen wir von ihm eine Kokosnuss zu trinken und eine Kakaofrucht geöffnet und eine der Kakaobohnen zum lutschen. Da schmeckt Kakao leicht sauer und wir wissen nicht, was passiert, wenn man eine der rohen Bohnen verschluckt, dem Führer war es jedenfalls sehr wichtig, dass wir das nicht tun. Danach sahen wir uns noch den Boca do Inferno an, einen Geysir, der entsteht, weil Wellen einen schmalen Kanal durch die Klippen strömen und am Ende hoch spritzen. An diesem Tag stimmten aber die Wellen oder die Gezeiten nicht, das Inferno war sehr klein.
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
Unser nächstes Hotel lag in São João dos Angolares und war eine Öko-Lodge, bei der wir nicht wussten, ob das Konzept und die Lage die Einbussen an Bequemlichkeit aufwiegen. Schön wäre halt ein Zimmer im Wald mit funktionierendem Abfluss und warmem Wasser, wir hatten nur ein Zimmer mit tollem Mangrovenblick.
Abends gingen wir noch ein bisschen spazieren. Erst runter zum Hafen von São João dos Angolares, wo kleine Fischerboote von massig Leuten entladen wurden und grosse Schüsseln hauptsächlich mit silbernen Fischen in Forellengrösse gefüllt wurden. Ein Passant erzählte uns, dass jetzt die guten drei Monate für derart tolle Fänge seien. Zurück gingen wir durch den Ort, der aber für uns nicht weiter sehenswert war. Einfache Hüttchen mit süssen Ferkeln und Lämmern auf der Strasse, deren Eltern aber streng rochen.
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
Wir fuhren nach Süden und besichtigten erst zwei Roças auf dem Weg: Soledade und Fraternidade. Die beiden liegen sich an der Hauptstrasse gegenüber, jeweils ein Kilometer Fahrweg durch den Regenwald. In diesem hat es an dem Tag wirklich geregnet, allerdings bei angenehmen 24 Grad und der Regen war so in der Mitte zwischen Nieseln und echtem Regen, das Regenzeug diente eher dem Schutz der Kameras. Die beiden Roças sind anders als die von Água Izé, weil viel verlassener und die Häuser sind viel verfallener, teils stehen nur noch die Säulen, auf denen das Erdgeschoss früher mal ruhte und die steinernen Treppen. Als Ziel für Spaziergänge sind die beiden Roças gut geeignet. Man kann durch den Wald laufen, hat einen sicheren Weg und weiss, wo man am Ende landet.
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
Weiter gings zum Aussichtspunkt des Pico Cão Grande. Das ist zwar ein riesiger Berg, aber weil hier überall Wald ist, sieht man ihn nur von wenigen Stellen aus und von der Strasse tatsächlich nur von einer einzigen. Dorthin fährt man durch ein Tal mit einer Palmölplantage namens Clotilde, kilometerweit Palmen in Reihen mit Farnen dazwischen, im Juli aber schon abgeerntet, weshalb hier auch nichts los war. Am Aussichtspunkt wurden wir dann aufgehalten vom Besitzer des Andenkenladens dort, der auf den Berg zeigte: Ein runder Turm mit fast senkrechten Wänden, insgesamt 663 Meter hoch, die Hälfte Wald, die obere Hälfte der Turm aus Fels. So ein Turm entsteht, wenn in einem Vulkan der Schlot zu hartem Gestein erstarrt und der weichere äussere Teil des Vulkans der Erosion zum Opfer fällt. Wir sahen aber nur einen Teil des Turms, weil der Gipfel in Wolken war. Das scheint hier üblich zu sein, der Berg ist immer diesig wegen des Nieselns und oft in Wolken.
Unsere Suche nach Kaffee führte uns erst in den nächsten Ort, Monte Mario, dann zurück nach Praia Grande. Auf diesen Strand und seine Bar machte uns ein Schild an der Strasse aufmerksam und wir hatten Glück. Der Besitzer des Campingplatzes dort (Strand, Platz und ein paar verstreute Hüttchen) hat an diesem Tag die Saison eröffnet und hatte eine Espressomaschine.
![]() |
![]() |
![]() |
So gestärkt gings über den Aussichtspunkt zurück (jetzt höher liegende Wolken, aber unten mehr Nebel), ein Abstecher zum Wasserfall von Praia Pesqueira, erst am linken Flussufer, dann am rechten, weil dort ist das Cafe und wir waren wieder zuhause.
Nach dem Abendessen lauerte ein Riesenskolopender gleich hinter der Zimmertüre, verschwand aber gleich im Dunkel der Nacht. Zum Glück nicht im Dunkel unter dem Bett oder einer Zimmerecke, weil wir hätten schlecht geschlafen in seiner Gegenwart, auch wenn wir es interessant finden, dass Hundertfüssler 20cm lang werden können. Ein Hundertfüsslerbiss ist übrigens schmerzhaft, aber selten tödlich, haben wir später dann im Internet gelesen.
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
Wir hatten damit auch alle Ausflugsziele angefahren, die im Reiseführer für diese Gegend stehen, wollten auch nicht weiter nach Süden, sondern eine Route in die Berge versuchen. Das brachen wir aber schnell ab, die Strassen hier sind nicht sehr gut. Eine gute Strasse führt nach Bom Sucesso, wo der Obo-Nationalpark (der fast das ganze Bergland umfasst) einen Botanischen Garten unterhält, in dem uns ein Führer ein paar einheimische oder aus Südamerika oder Indien importierte Bäume, Sträucher und leider gerade nicht blühende Orchideen zeigte. Die Orchideen schwebten auf kleinen Brettchen, was blühend sicher toll aussieht. Im benachbarten Monte Café ist eine Kaffee- und Kakaoplantage, die noch produziert und wohl auch gut besucht wird und daneben wird der Kaffee und Schokoladenkuchen serviert. Die Kombination war hier einzigartig und die Schokolade kauften wir zum Mitnehmen. Später beim Probieren fanden wir sie schon ganz gut, aber für den hohen (und nach hiesigen Verhältnissen unglaublich hohen) Preis nicht gut genug.
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
Wir fuhren zurück, nur kurz aufgehalten von einer Wahlkampfveranstaltung. Hier war gerade Präsidentschaftswahl und deshalb liefen schon die ganze Zeit Leute mit Fähnchen, T-Shirts und Warnwesten in Parteifarben rum. An diesem Tag war auf der Küstenstrasse eine Fahrzeugkolonne unterwegs mit Lautsprechern, Polizei und Militär, die den Redner der orange-blauen Partei von Dorf zu Dorf begleiteten.
Bei der Abreise vom Hotel war ein Reifen platt. Zum Glück organisierte ein Hotelangestellter einen Reifenservice, der den Reifen mit dem Reserverad wechseln und den platten Reifen flicken konnte. Eine halbe Stunde später fuhren wir schon wieder nach Süden, vorbei am Pico Cão Grande (heute gar nicht zu sehen), durch Dörfer, in denen gerade die T-Shirts des Gegenkandidaten des aktuellen Präsidenten verteilt wurden (heute waren alle weiss gekleidet) über eine immer schlechter werdende Strasse (immer noch die Estrada Nacional 2, aber wir hatten die Geländeuntersetzung drin) nach Porto Alegre und dort ins Hotel.
Das Hotel bei Porto Alegre war ein richtiges Badehotel: Kleine Hüttchen entlang des Ufers, Sitzgelegenheiten am Sandstrand und Duschen auf dem Weg zurück. Wir sprangen auch gleich ins Wasser, trotz des bedeckten Himmels bei 25 Grad (das Wasser und die Luft). Beim Rausgehen hatten wir dann allerdings rötliche Stellen und Robert hatte etwa gesehen, was wie eine Luftblase mit etwas dunklem unten drunter aussah. Vielleicht Quallen oder Portugiesische Galeeren.
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
Am nächsten Tag machten wir einen Ausflug auf die kleine Ilhéu das Rolas, die Taubeninsel. Die liegt 2km vor der Südküste und das Hotel hat einen Bootservice, der einen rüber bringt und zur festgelegten Zeit wieder abholt. Die grosse Attraktion der Insel ist ein Denkmal, das genau auf dem Äquator steht, oder ein paar Meter daneben. Um das Denkmal rum ist eine Weltkarte als Mosaik gelegt, so dass das Denkmal auch gleich die Position auf der Landkarte markiert, logischerweise auf der Mitte der Erdkugel.
Das Äquatordenkmal steht auf einem kleinen Hügel, ein grosser Teil der Insel ist flach und man kann durch den Wald spazieren. Dieser Wald ist eine Mischung aus Kokospalmen, die noch aus der Zeit stammen, als hier eine Plantage war und neu aufgegangenen anderen Bäumen. Dass die Kokosnüsse aber noch fleissig geerntet wurden, sah man an den riesigen Haufen von Nussschalen, die im Wald verstreut lagen. Wir gingen einmal durch die Insel bis zum gegenüberliegenden Ufer und dann am Meer entlang zurück. Hier ist die Küste steil, bricht ein paar Meter zum Meer ab und gelegentlich gibt es sandige Buchten, in denen man baden kann. An manchen stellen bilden die Klippen auch Brücken und Tore.
Auf der Rückfahrt stoppte der Kapitän den Motor und er uns sein Begleiter zeigten aufgeregt in eine Richtung. Wir suchten die springenden Delfine oder sowas ähnliches, aber dann riefen sie „Tartaruga“, was Schildkröte heisst und wirklich war unter Wasser etwas halbmetergrosses braunes zu sehen. Die Gegend hier ist für ihre Schildkröten berühmt, die hier ihre Eier ablegen. Wir hatten aber nicht damit gerechnet weil im Juli sollten die nicht da sein.
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
Am nächsten Tag stand eine Tour durch die Mangroven auf dem Programm. Hier an der Südspitze gibt es ein ausgedehntes Feuchtgebiet, das sich unter eine Brücke der Hauptstrasse durch ins Meer entwässert. Zu dieser Brücke liefen wir eine knappe Stunde und wurden von einem örtlichen Tourvermittler auf ein Boot gebracht, das von einem Mann gerudert wurde. Wir stiessen auch gleich in See und wurden in immer enger werdende Kanäle im Mangrovenwald gesteuert. Der Ruderer war nett, hat immer gleich aufgehört, wenn wir etwas genauer sehen oder fotografieren wollten und hat uns auf Tiere aufmerksam gemacht. Die Meerkatze hätten wir ohne seine Hilfe gar nicht gesehen. Ausserdem gabs eine Art von Kormoran und eine sehr hübsche Sorte Eisvogel, den Haubenzwergfischer zu bewundern.
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
|
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
Eine gute Stunde später gingen wir wieder zurück und besichtigten Porte Alegre. Der Ort ist recht belebt, besteht aus Hütten aus Holz und Blech (oft bunt, oft foliert nach Art portugiesischer Kacheln) und weil wir gerade mittags da waren, wurde überall gekocht und gegrillt. Fisch war die wichtigste Speise, überall standen Tische oder Gitter mit aufgeklappten und gesalzenen Fischen zum Trocknen. Ein grosses Gebäude stammt aus einer Zeit, als man noch Häuser aus Stein baute, aber das hatte kein Dach mehr und wurde als Fussballplatz genutzt.
Nachmittag noch kurz ins Meer, aber wie auch in den letzten Tagen hatten wir kein echtes Badewetter.
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
Am nächsten Tag gingen wir der Westküste entlang nach Norden. Wir liefen auf der Strasse, aber hier ist sie schon fast zu Ende und nur ein paar Touristen auf Ausflügen fuhren Auto und ein paar Einheimische Moped, der grosse Rest geht zu Fuss. Die Gegend hier ist intensiv bewirtschaftet, man läuft zwischen Bananen- und Kakaoplantagen, die niedrigen sind Maniok und einige Feldfrüchte kannten wir nicht. Gelegentlich trifft man auf Papaya und Jackfruit. Wir kannten nicht alles davon, bei einigen Früchten mussten wir hinterher nachsehen oder wir sahen Säcke mit geernteten Maniokwurzeln.
Am angeblich guten Surfstrand Praia Jalé waren Wellen, aber nicht allzu hoch und es war recht frisch, also konnten wir keine Surfer beobachten. Am Ende der Strasse betreibt einer eine Schnapsbrennerei, wo er Gin aus Palmwein herstellt oder Bananenschnaps und allerhand Liköre aus hiesigen Früchten und Kräutern. Den Wacholder für den Gin importiert er aber aus Deutschland, der wächst hier nicht. Wir deckten uns mit Mitbringseln ein und liefen zurück. Ein Passant, der uns eigentlich Kokossaft verkaufen wollte, erzählte was von Schildkröten am Praia Piscina. Wir suchten die Becken ab, die die Wellen dort füllen, aber keine Schildkröten. So bleiben ein paar Vögel, blaue Krabben am Strand unter der Ginbrennerei und ein Flughund die einzigen Tiersichtungen des Tages.
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
Andere Hotelgäste berichteten, dass sie in Porto Alegre zur Schildkrötenbeobachtung waren. Ihre Guides, also die Kinder aus dem Dorf sagten ihnen, dass sie zur Flut da sein müssen und sie hätten tatsächlich auch Schildkröten gesehen. Also machten wir uns auch kurz vor der Abenddämmerung pünktlich zur Flut auf zum Hafen. Der hat nur eine Mole, ein paar Leute standen da zum Angeln, wir stellten uns dazu und sahen ins Wasser. Schildkröten sind schwer zu sehen. Sie leben unter Wasser und kommen nur zum Atmen für ein oder zwei Sekunden hoch, strecken den Kopf raus und tauchen wieder ab. Zwei oder drei Köpfe sahen wir kurz, dann eine recht deutlich direkt vor unseren Füssen, das war die beste Sichtung. Wir nahmen dann noch das Angebot einiger Kinder an, dass sie uns mit einem der Boote, die da lagen rausfahren. So liessen wir uns neben der Mole rumpaddeln, sahen auch ab und zu einen Kopf oder einen Panzer, aber immer nur kurz.
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
Der Rückweg nach Norden war unsere längste Strecke, eigentlich die längste, die man auf der Insel überhaupt fahren kann. Den grössten Teil kannten wir schon: Den Aussichtspunkt zum Pico Cão Grande (auch dieses Mal Nebel, aber bisschen weniger), das Stück Wald mit Sturmschäden, die infernale Gischt und die Roça Água Izé. Auch durch São Tomé kamen wir schnell durch und hielten nur noch mal an der Roça Agostinho Neto an. Das ist eine ehemalige Kakaoplantage samt Krankenhaus, Kirche, Schmalspurbahn und einem Herrenhaus mit privater Zufahrtsstrasse und imposantem Park. Danach gings zu einem Strand mit Leuchtturm an der Nordspitze der Insel in Lagoa Azul, bevor wir in Neves unser Hotel aufsuchten und dort auch gleich den Strand. Wir hatten unser Schnorchelzeug mitgenommen runter zum Wasser, aber es lohnte sich nicht. Das trübe Wetter und der schwarze Sand sorgten unter Wasser für Dämmerung und ausser paar Fischen und einer Art Wasserschlange war nichts zu sehen.
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
Für den nächsten Tag hatten wir am Abend zuvor eine Führung gebucht. Unser Guide stieg bei uns ins Auto und führte uns zu einem Parkplatz in den Bergen. Dann gings zu Fuss weiter nach oben, bis wir eine Brücke erreichten. Dort begann der spannende Teil der Tour, die Brücke war nämlich ein Aquädukt und dem Wasserlauf kann man folgen. Über weitere Aquädukte, vorbei an Sperren und durch Tunnel, die zu 2/3 Wasserrinne und 1/3 Fussweg sind. Wir gingen erst im knietiefen Wasser, dann abwechselnd im Wasser und im nur ein bisschen nassen Fussweg. Unser Guide hat uns versichert, dass im Wasser keine gefährlichen Tiere wären und auch sonst nichts schlimmes. Auf die Fledermäuse ging er auch nochmal extra ein, wir erschraken also nicht, als in zwei der Tunnel die Tiere um uns herum flatterten und schlafend von der Decke hingen.
Am Heimweg war in der Orten viel los, weil es war Sonntag und der Tag der Präsidentenwahl. Wir sahen am Morgen Schlangen vor dem Wahllokal und am Nachmittag standen massig Leute diskutierend auf der Strasse.
Nachmittags dann noch kurz ins Wasser und nach ein paar Quallensichtungen keine Lust rauszukriegen, ob die hier auch brennen oder nicht.
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
Wir verliessen Neves um nach São Tomé zu fahren. Die Hochrechnungen waren wohl recht eindeutig, der alte Präsident war auch der neue und die Leute mit den blau-gelben Fahnen hatten was zu feiern.
Wir gingen ins Postamt, weil man dort Briefmarken kaufen kann, was sonst nirgends möglich war. Es hätte dort auch schöne Postkarten gegeben, aber wir hatten uns schon im letzten Hotel damit versorgt. São Tomé hat wenig Briefverkehr, bedient aber den Sammlermarkt und wir bekamen recht hübsche Marken. Wir schrieben auch gleich am selben Abend die Karten und warfen sie ein (die ersten kamen auch 30 Tage später an). Sorry an die Empfänger abgerissener Blockausgaben, die kann man nicht ohne Verluste als normale Marken verwenden.
Nach der Post gingen wir noch ein bisschen durch die lebhafteren Viertel und über den Markt. Hier wird alles verkauft, egal ob Lebensmittel oder Autoteile und ganz viele Klamotten, die so aussehen als kämen sie direkt aus den Kleiderspenden Europas. Falls z.B. ein Ehemaliger des Wilhelmsgymnasiums in Kassel sein Trikot wieder haben will, hier ist es…
Danach fuhren wir nach Santana in ein Strandresort mit Wachmann, Schranke und privatem Strand, um nur noch zu planschen und zu schnorcheln.
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
Ein kleiner Ausflug zu einer vorgelagerten Insel gehörte auch dazu. Die Insel hat einen Tunnel durch den man schwimmen könnte, mit unserem breiten Boot kamen wir aber nur fast bis zum Ausgang. Das Schnorcheln im Tunnel fiel aber aus, wegen Quallen. Andere Touristen berichteten von Walsichtungen, wir starrten aber eine halbe Stunde später vergeblich aufs Wasser.
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
Nach der anstrengenden Waljagd verbrachten wir den nächsten Tag nur am Strand und im Wasser.
Als wir die Woche zuvor schon mal im Botanischen Garten in Bom Sucesso waren, waren wir zu spät dran für eine Tour in die Berge dort. Das holten wir nach. Erst mussten wir nach São Tomé, weil unsere Reiseagentur uns mit zwei anderen Touristen zusammengelegt hat und der Treffpunkt deren Hotel war. Dann gings mit zwei Autos los, erst nach Monte Café ins dortige Museum, wo in einer kleinen Führung erklärt wird, wie der Kaffee vom Strauch in die Tasse kommt, dann in den Botanischen Garten, durch den wir nicht noch einmal gingen und dann gings los. Ein Aufstieg von 330 Höhenmetern durch den kühlen und nebligen Wald, der sich an die Yams- und Bohnenfelder neben dem Botanischen Garten anschliesst. Dann 50 Meter nach unten und man steht auf dem Lagoa Amélia. Das ist ein Vulkankrater, der mit Wasser zugelaufen ist und auf diesem See hat sich eine Grasschicht gebildet. Man kann auf diesem Gras rumlaufen, es federt nur ein bisschen unheimlich. Am Rand des Sees wuchsen Riesenbegonien, unter deren Blätter man sich unterstellen könnte, der Rand des Kraters lag erst im Nebel, später sahen wir, dass wir von einem bewaldeten Hang umgeben waren.
Am Botanischen Garten trennten wir uns vom Führer und den Mitreisenden und fuhren zurück nach Monte Café, aber nicht ins Museum, sondern ins Café. Nach dem Kuchen dann ins Hotel, um bei nachlassendem Tageslicht nochmal erst ins Meer, dann in den Whirlpool zu hüpfen.
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
|
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
|
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
|
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
Am nächsten Tag fuhren wir am Nachmittag zum Flughafen, flogen über Nacht nach Lissabon und am Morgen dann weiter nach München.